Am Anfang eines Neustarts für Wohnungslose steht eine eigene Wohnung: Ohne Einschränkungen, aber mit umfassender Begleitung durch das Caritashaus in Wetzlar. Diesen sogenannten Housing-First-Ansatz verfolgt die Landesregierung mit ihrer Landesstrategie zur Prävention und Bekämpfung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit. Projekte und Maßnahmen, die diesen Ansatz verfolgen, werden dazu gezielt gefördert. In Wetzlar übergab Sozialministerin Heike Hofmann am vergangenen Freitag einen entsprechenden Förderbescheid an den Caritasverband Wetzlar/Lahn-Dill-Eder e.V., um mit dem Projekt "Wohnraumhilfe Lahn-Dill" eines der ersten Housing-First-Vorhaben im Rahmen der neuen Landesförderung zu unterstützen. Housing-First-Projekte richten sich insbesondere an Menschen, die aufgrund ihrer schwierigen persönlichen Situation auf dem regulären Wohnungsmarkt kaum Chancen haben.
Sozialministerin Hofmann: Langfristige Hilfe mit niedrigschwelligem Zugang
"Wohnungs- und Obdachlosigkeit ist eine der drängenden sozialen Herausforderungen unserer Zeit - natürlich insbesondere für die Betroffenen. Doch die Bewältigung fordert auch Kommunen, freie Träger und das Land. Wir setzen dabei auf eine langfristig angelegte Strategie", führte Sozialministerin Hofmann in Wetzlar aus. "Das Projekt ‚Wohnraumhilfe Lahn-Dill‘ steht dafür beispielhaft: Hier wird eine Wohnung ohne Vorbedingungen bereitgestellt. Gleichzeitig werden die Menschen, die den Wohnraum in Anspruch nehmen, professionell von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern sowie pädagogisch begleitet und abgesichert. Sie erhalten Hilfe im Umgang mit Behörden oder praktische Unterstützung im Alltag", so Hofmann weiter.
"Menschen, die von Wohnungs- und Obdachlosigkeit betroffen sind, brauchen zuerst einen sicheren Ort zum Leben. Erst dann haben sie die Sicherheit und den Freiraum, um ihre Probleme Schritt für Schritt anzugehen und neue Entwicklungsmöglichkeiten wahrzunehmen. Deshalb ist eine eigene Unterkunft die wichtigste Grundlage, um Menschen in diesem Prozess zu unterstützen", unterstrich Julia Kusminder, Leiterin des Projekts und des Caritashauses.
(vrnl): Kristina Borgardt (stv. Leitung Caritashaus), Heike Hofmann (Hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales), Julia Kusminder (Leitung Caritashaus Wetzlar)Caritasverband Wetzlar / Lahn-Dill-Eder e.V.
Begleitung und Stabilität als Schlüssel zur Selbstständigkeit
"Mit der Fördersumme können wir gezielt dort Hilfe leisten, wo der Bedarf besonders hoch ist. Die Maßnahme wird langfristig wirken, denn die Erfahrung zeigt: Hilfestrukturen, die es schaffen, Menschen in die Unabhängigkeit und ein selbstständiges Leben zu begleiten, schaffen nachhaltige Erfolgsgeschichten und können Lebensläufe dauerhaft positiv beeinflussen. Unser Dank gilt allen Partnerinnen und Partnern für ihre Unterstützung sowie unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort, die dieses wertvolle Projekt mit Engagement und Leben füllen," ergänzt Kevin Georg, Bereichsleitung Soziales beim Caritasverband Wetzlar / Lahn-Dill-Eder e.V.
Das Projekt ist in die bestehenden und bewährten Strukturen des Caritashauses Wetzlar eingebettet und baut auf den dort vorhandenen Angeboten für wohnungs- und obdachlose Menschen auf. Denn in der Praxis hat sich gezeigt: Miteinander verzahnte Netzwerke und eine enge Zusammenarbeit zwischen Land, Kommunen und freien Trägern sind entscheidend für den Erfolg des Projekts.