Kirchliche und staatliche Mittel sowie private Spenden gehen immer weiter zurück, gleichzeitig steigt der Bedarf an Hilfeleistungen, Beratungsangeboten und soziale Diensten der Caritas weiter an. Mit Blick auf diese Tendenzen befassen sich die Caritasverbände für den Bezirk Limburg e.V. und Wetzlar / Lahn-Dill-Eder e. V. derzeit intensiv mit der Frage, wie sie ihre Arbeit für hilfebedürftige Menschen in der Region langfristig sichern und weiterentwickeln können. Vor diesem Hintergrund führen beide Verbände derzeit Gespräche über einen möglichen engeren Zusammenschluss ihrer Aktivitäten.
"Aufgrund dieser herausfordernden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen war es naheliegend, darüber nachzudenken, ähnliche Strukturen und gemeinsames Know-how unserer Verbände zusammenzuführen", so Max Prümm, Geschäftsführer des Caritasverbandes für den Bezirk Limburg. Hendrik Clöer, Vorstand des Caritasverbandes Wetzlar / Lahn-Dill-Eder ergänzt: "Diese Überlegungen dienen dazu, unsere Angebote in den Regionen rund um Limburg, Wetzlar und Dillenburg zukunftssicher aufzustellen und als ein gemeinsamer starker Sozialverband effizienter und flexibler auf negative Prozesse reagieren zu können."
Unter dem Leitgedanken der aktuellen Caritas-Kampagne "Zusammen geht was!" prüfen die Verantwortlichen auf diversen Ebenen miteinander, wie vorhandene Strukturen, Erfahrungen und Kompetenzen künftig besser miteinander verzahnt werden könnten. Ziel ist es, auch unter veränderten gesellschaftlichen und finanziellen Rahmenbedingungen verlässliche soziale Angebote in den Regionen rund um Limburg, Wetzlar und Dillenburg aufrechtzuerhalten und auszubauen, in Übereinstimmung mit der Katholischen Kirchenregion an der Lahn.
Der neue Verband würde im Verlauf der kommenden drei Jahre Schritt für Schritt zusammenwachsen. Es ist geplant, dass das Angebot für die Menschen vor Ort bestehen bleibt und in Zukunft weiter ausgebaut werden soll, wobei die langfristige Sicherung der Arbeitsplätze für die 1.200 Mitarbeitenden im Vordergrund des Prozesses stehen würde. Gemeinsames Anliegen ist es, Anwalt und Stimme für Menschen zu bleiben, die nicht gehört und gesehen werden, aber auch ein wirtschaftlich gutes Sozialunternehmen zu sein.
Erste gemeinsame Weichenstellungen
Am 27. April 2026 kamen dazu die Aufsichtsräte beider Verbände zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen, um erste Entscheidungen für diese Überlegungen auf den Weg zu bringen. Damit setzte der Annäherungsprozess einen weiteren wichtigen Meilenstein: Beide Gremien aus Limburg und Wetzlar signalisierten ihre Unterstützung für einen gemeinsamen Weg und schafften damit die Grundlage für die nächsten Schritte: Bei der nächsten Mitgliederversammlung Ende Juni soll dann die Verschmelzung beider Verbände beschlossen und notariell beurkundet werden.
Teamarbeit statt Einzelkämpfer
Durch die Zusammenlegung wollen beide Caritasverbände einerseits ihre Stärken bündeln und ergänzen sich andererseits in ihren Diensten und Einrichtungen: So bringt beispielsweise der Caritasverband Limburg seine Erfahrung in Migrations- und Sozialberatung sowie in der Pflege und Hospizarbeit ein, während der Caritasverband Wetzlar das gemeinsame Angebot unter anderem durch Kindertagesstätten, Jugend- und Tagespflegen und Beratungsdienste für ältere Menschen erweitert. Beide Verbände sind zudem gleichermaßen in der Wohnungslosenhilfe involviert und betreiben regional stark nachgefragte Dienste und Einrichtungen wie etwa Schwangerenberatungen und Sozialstationen.